Gestern habe ich es endlich geschafft Sven Regeners "Herr Lehmann" bis zum Ende durchzulesen. Der Roman ist zwar schon einige Tag älter, um genau zu sein wurde dieser 2001 veröffentlicht, aber das soll dem Ganzen keinen Abbruch tun, denn Sven Regener hat auf der diesjährigen lit.cologne aus dem dritten und letzten Teil der Herr-Lehmann-Trilogie gelesen und mir war es vorher, so muss ich zu meiner Schande gestehen, nicht bekannt.
Der Roman spielt 1989, das Jahr des Mauerfalls, in West-Berlin. Herr Lehmann, eigentlich mit Vornamen Frank wird in diesem Jahr 30 Jahre alt und wird deshalb von allen nur Herr Lehmann genannt. Die Handlung beginnt einige Wochen vor seinem Geburtstag auf dem Heimweg, von der Kneipe in der Herr Lehmann arbeitet, mit einem Hund, der ihn nicht vorbeilassen will und den Beginn einer komischen Absurdität kennzeichnet. Die Geschichte setzt sich mit der Nachricht der Mutter über einen baldigen Besuch und die Begegnung mit Kathrin fort, die seinen Hormonhaushalt durcheinander wirft. Nach dem Besuch der Eltern beginnt sich die Geschichte tragisch zu entwickeln. Eine missglückte Grenzüberschreitung nach Ost-Berlin und vorher schon angedeutete Probleme seines Freundes Karl finden einen Höhepunkt an seinem Geburtstag, dem Tag der Maueröffnung. Deren Geschehnisse von ihm wenig wahrgenommen werden und an der vorgehenden Geschichte zerbröckeln.
Die Geschichte von Herrn Lehmann führt den Leser durch die verschiedensten Gefühlszustände vom herzhaften Lachen bis zur tiefen Nachdenklichkeit. Es lohnt sich jedenfalls für jeden einige Stunden zu riskieren und sich das Buch anzulesen, man wird es nicht bereuen.