
Da ich ja nun auch über die Filme blogge, die ich mir angeschaut habe, muss ich dann heute auch die Liste fortsetzen. Und zwar mit dem deutschen Film
23. Ich weiss ganz ehrlich nicht mehr, wann ich diesen Film das erste Mal gesehen habe, aber es ist verdammt lange her. Zumindest ist er 1998 produziert und 1999 veröffentlicht worden. Jedenfalls hatte ich ihn mir mal wieder aus der Videothek besorgt.
Der Film erzählt, basierend auf Tatsachen, die Geschichte des Hackers Karl Koch, welcher schon in seinen jungen Jahren als Anarchist der autonomen Szene Hannovers angehörte und durch das Buch Illuminatus, welches nach dem Tod des verhassten Vaters in seine Hände gelangt, mit der Hackerszene in Kontakt kommt und mit David eine Freundschaft ausbaut. Die beiden Hacker werden von dem desertierten Lupo und dessen Kumpel dem Drogendealer Pepe auf die Idee gebracht für den KGB zu arbeiten.
Zuerst entwickelt sich dieser Kontakt sehr gut und die beiden Jungs arbeiten unter dem Einfluss von Drogen die Nächte durch. Doch zunehmend häufen sich die Probleme. Karl zieht sich von seinen Freunden zurück und verliert die Kontrolle über seinen Drogenkonsum. Er kommt durch einige Fehler immer stärker mit Lupo und Pepe in Konflikt und entwickelt auf Grund der Konspirationstheorien aus Illuminatus im Einklang mit häufigen Zufällen eine pathologische Paranoia. Diese treibt ihn im Zusammenspiel mit dem übermäßigen Drogenkonsum, Schlafentzug und der entdeckten Observierung durch das BKA bis zum Zusammenbruch.
Inzwischen fällt eine Kooperation mit einem Journalisten auf ihn zurück und er wird gezwungen sich der Polizei zu stellen. Das zerbricht auch endgültig das Band zwischen ihm und David und führt zu einem unangenehmen Besuch von Lupo und Pepe. Als Kurierfahrer arbeitend versteckt er sich vor den Beiden. Der Deal für eine Exklusivstory platzt und Karl bringt sich am Ende in der Einsamkeit um. Die Paranoia fesselte ihn bis zum Schluss.
Der Film erzählt eine gute Geschichte über die Macht geschriebener Wörter und deren Verbindung mit Zufällen. Karl Koch kann als beispielhafter Entwicklungscharakter eines Gedankengutes betrachtet werden. Auch wenn die Paranoia als pathologisch dargestellt wird, so muss man doch die vielen Andeutungen von geheimen Verbindungen(Beispielhaft sei hier die des Redakteurs mit dem Vertreter vom Verfassungsschutz genannt) zum Ende des Films sehen. Es wird in gewissen Zügen auch das Prinzip wiedergefunden auf welchem Illuminatus beruht: Persönliche Verbindungen, fern der öffentlichen Bekanntheit.
Alles in allem ein sehenswerter Film, der nicht nur eine gute Geschichte erzählt, sondern es auch versteht das Gefühl der Zeit einzufangen. Eben die Eindrücke, welche auf eben diesen Charakter eingewirkt haben. Und die aufgezeigten Thesen über den Wert von Informationen lassen auch heute noch in Anbetracht ihrer teilweisen Verwirklichung ein wenig schaudern.